Die Sprache

Allgemein
Die japanische Sprache ist nicht ausdrücklich vom Gesetz als offizielle Sprache Japans festgelegt worden. Ihr Status als die erste Sprache des Landes beruht auf Gewohnheitsrecht. Japanisch ist eine isolierte Sprache und worin sie ihren Ursprung hat ist bislang noch nicht sicher. Es wird jedoch vermutet dass sie zur uralo-altaischen Sprachfamilie zählt. Zu dieser Familie zählen unter Anderem Finnisch und Ungarisch aber auch altasiatische Sprachen wie Mongolisch, Türkisch und Koreanisch. Mit der Chinesischen Sprache hat die japanische bis auf die übernommenen Schriftzeichen also nichts zu tun. Koreanisch ist dem Japanischen am nächsten. Derzeit sprechen ca. 130 Mio. Menschen Japanisch.

Japnisch ist aufgrund Japans 127 Mio Einwohnern eine der "großen" Sprachen. Es gibt sogar mehr japanisch sprechende Menschen als deutssprachige. Das mag daran liegen, dass außer der in Japan lebenden Menschen noch Minderheiten aus der kolonialen Vergangenheit und Besatzungszeit während des 2. Weltkrieges in China, Taiwan und Korea heute noch japanisch verstehen und sprechen. Auch viele ausgewanderte Japaner, insbesondere in Brasilen, bleiben ihrer Sprache treu. Durch die wirtschaftliche Bedeutung Japans in der Welt wir die japanische Sprache an vielen ausländischen Schulen (auch in manchen deutschen Schulen) als Wahlfach unterrichtet.

Andere Sprachen spielen in Japan keine besondere Rolle. In Hokkaido gibt es nur noch wenige Ainus (Japans Uhreinwohner), die ihre Sprache beherrschen und es werden immer weniger, sodass diese Sprache bald ausgestorben sein wird. Auf den Ryukyu-Inseln am südlichen Ende des Archipels zu denen auch Okinawa zählt, werden mit dem Japanischen verwandte, die jedoch von japanisch sprachigen Einwohnern nicht verstandene Dialekte gesprochen. Das Standard-Japanisch, das auf dem während der Edo Zeit (1600- 1868) basierenden Tōkyō-Dialekt basiert, verdrängt aber auch dort nach und nach die einheimischen Mundarten. Darüber hinaus gibt es regional Dialekte und die städtischen Dialekte von Kyōtō und Ôsaka, die eine Variante des Kansai-Dialektes sind. Diese unterscheiden sich jedoch weniger von Standard-Japanisch als deusche Dialekte sich vom Hochdeutschen unterscheiden.

Aussprache
Die Aussprache des Japanischen ist für uns Deutsche relativ einfach. Die Selbstlaute (Vokale) werden in etwa wie im Deutschen ausgesprochen. Beispiel:

a -> "Katze"
e -> "essen"
i -> "kitzeln"
o -> "so"
u -> eine Mischung aus unserem "u" und "ü" Kommt zustande, wenn man beim Sprechen von "U" die Lippen nicht rund macht

Lang gesprochenen Selbstlaute werden im romaji so geschrieben: â, ei, ii, ô, û / in Katakana durch einen Dehnungsstrich z.B. "a-, e-," und in Hiragana durch aa, ee, ei, ou, oo. Wie die Verlängerung letztendlich geschrieben wird, ist aus den Worten nie herauszuhören.

Zwischen stimmlosen Konsonanten werden i und u nicht ausgesprochen. Stimmlose Konsonanten sind zum Beispiel k, s, t. Beispiele für stimmhafte Konsonanten sind b, d, g (also solche, bei deren Aussprache die Stimmbänder genutzt werden). Gakusê (Schüler) wird also, da das u zwischen zwei stimmlosen Konsonanten steht, gaksê ausgesprochen. (Das japanische s wird nicht weich gesprochen wie unseres, sondern scharf wie das englische, das weiche s, dass unserem entspricht wird in der Umschrift mit z gekennzeichnet).

Die Laute ch, sh, j, w, y und z werden ähnlich wie im Englischen ausgesprochen, ansonsten gilt es wie folgt:

f -> das f wird nur gehaucht, eine Mischung aus deutschem h und f
g -> wird in der Wortmitte leicht nasalisiert, ähnlich wie ng. Am Wortanfang wird es wie g gesprochen – es gibt auch mittlerweile Japaner die es g oder ng sprechen und keinen unterschied mehr machen.
h -> Am Wortanfang ähnlich wie ch in „ich“. Ansonsten wird es ähnlich wie f eher gehaucht.
n -> steht es am Wortende wird es leicht nasalisiert z.B. hon = Buch (die Aussprache von n passt sich immer dem danach folgendem laut an. Vor den lauter der ta da und ra reihe wird es normal n gesprochen. Vor der ba, pa und ma reihe wird es eher m gesprochen und vor der ka und ga reihe eher wie ng, weii aber nicht ob du das aufnehmen willst.
r -> eine Mischung zwischen leicht gerollten "r" und "l", kein Kehlkopf-r so wie bei uns
Japanisch ist eine Silbensprache, d.h. jede Silbe zu denen auch die Vokale a,i,o,e,u gehören, wird exakt gleich lang ausgesprochen.

Unterschiede in der Tonhöhe einzelner Silben können in einigen Fällen Bedeutungsunterschiede verursachen: (o-)háshi (Essstäbchen), hashí (Brücke) oder káki (Auster), kakí (Zaun). Allgemein wird man aber auch verstanden wenn alle Silben monoton mit dem gleichen Ton ausgesprochen werden. Betont werden am ehesten lange Vokale, oder nebensächliche, grammatische Anhängsel (Beispiel?). Die richtige Satzmelodie lernt man am einfachsten durch Zuhören und nachsprechen.

Grammatik
Im Japanischen wird zwischen Plural und Singular meistens nicht unterschieden.

Ein japanischer Satz weist nicht zwingend ein Hauptwort auf und ist deswegen in meisten Fällen sehr stark kontextabhängig. Das Verb steht IMMER am Satzende. Die Grammatik wird mit Hilfe von Partikeln (ha (sprich wa), woga, no, de und ni) geregelt.

Nomina werden im Japanischen nicht dekliniert. Japanisch kennt im Gegensatz zum Deutschen auch kein grammatisches Genus (Geschlecht), keine Artikel, keinen Plural (Mehrzahl) und keinen Kasus (Fall).

Höflichkeit
Die Beherrschung der verschiedenen Höflichkeitsebenen gehört in Japan zur Sprache. Die Japanischen Höflichkeitsform wird im Allgemeinen unter dem Begriff Kêgo zusammengefasst. Kêgo setzt sich aus drei Typen zusammen: Sonkêgo, den ehrerbietigen Ausdrücken. Kenjôgo, bescheidenen Ausdrücken und Tênêgo, den höflichen Ausdrücken.

Kêgo wird immer dann gesprochen wenn 1. Der Sprecher mit einer höher gestellten Person (me-ue me-shita-Prinzip -> Augen oben, Augen unten Prinzip) spricht,das kann der Chef oder auch eine ältere Person sein. 2. Beim ersten Treffen, wenn man sich noch nicht kennt. 3. Wenn der Sprecher mit einer Person spricht, die nicht zur eigenen Gruppe (z.b. zum Firmenumfeld) oder nicht zur eigenen Familie gehört (uchi no hito – soto no hito, innen stehende und außen stehende Person).

Und wenn ihr meint es ist jetzt schon kompliziert, dann holt noch mal kurz Luft bevor ihr weiter lest.

Sonkêgo
Wird benutzt, um ehrerbietig von und mit einer höhergestellten Person, Kunden, Chef etc. zu sprechen, um dieser Respekt zu erweisen. Dabei benutzt man spezielle grammatische Formen und sogar spezielle Wörter. Von den Angehörigen dieser Person wird natürlich auch ehrerbietig gesprochen.

Kenjôgo
Wird benutzt um bescheiden von sich selbst oder seiner Familie bzw. Firma zu sprechen, wenn man mit einer Höher gestellten Person ect. spricht um dieser Respekt zu erweisen. Hierfür gibt es wieder eigene grammatische Formen und Wörter.

Tenêgo
Sind spezielle Ausdrücke die der Sprecher dem Sprecher gegenüber benutzt, um Respekt zu zeigen. Auch hier gibt es wieder eigene grammatische Formen.

Im Japanischen gibt es von manchen Worten sogar drei Varianten. Nehmen wir zum Beispiel das Wort für Gehen. In der normalen höflichen Form "ikimasu" wenn der eigene Chef aber geht, dann heisst es "irassaimasu", sagt man dem Chef aber, dass man selber irgendwohin geht, sagt man "mairimasu" alle drei Worte bedeuten gehen, haben aber unterschiedliche höflichkeit. Um die Unterschiede zu verdeutlichen könnte man sie wie folgt übersetzen. "Ikimasu" (tenêgo)-> sie gehen/ ich gehe. "irasshaimasu" (sonkêgo) Der Chef/ Kunde ect. schreitet dahin. „mairimasu“ (kenjôgo) -> Ich/ einer aus meiner Firma/ meine Familie schlurf/e/t rum. Dies ist natürlich keine wörtliche Übersetzung, es soll nur ein wenig die verschiedenen Höflichkeitsstufen verdeutlichen.

Ein Japaner muss sich also immer im Klaren darüber sein, in welcher Beziehung er zu seinem Gesprächspartner steht. Mit Fremde auf der Straße zu denen keine besondere Beziehung besteht, spricht man Tenêgo.

All dies zu berücksichtigen ist selbst für Japaner schwierig und Quelle von unzähligen, manchmal sehr amüsanten Fehlern bei Japanern, die "richtig höflich" sein wollen.

Männliche und weibliche Sprache
Die japanische Umgangssprache kennt die männliche und die weibliche Form. Es gibt z.B. grammatische Formen wie die Imperativ Form, die eher von Männern benutz werden, während Frauen eine eher Schwächere Form, die mehr in richtig Bitten geht benutzen. Auch gibt es Worte wie die „Ich“ Bezeichnung "boku" die nur Männer benutzen während Frauen eher „watashi“ für „ich“ benutzen. Junge Mädchen in der Mittelschule benutzen den Ausdruck boku manchmal auch, legen dies aber in höheren Schulen wieder ab, um nicht grob unweiblich zu wirken.

 
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