Tokio

Allgemein
Tokio (oder auch Tokyo, 東京 Tōkyō) ist die Hauptstadt von Japan und liegt in der Kantō-Region im Osten der Insel Honshū. Die Hauptstadt Japans wechselte im Laufe der Geschichte öfters und wurde durch die Residenz des Tenno definiert. Eine Hauptstadt im Sinne des politischen Machtzentrums des Landes war die Residenz des Tennō allerdings nicht, da dieser im Laufe der näher vergangenen Geschichte nur selten eine tatsächliche Regierungsgewalt besaß. Mit dem Umzug des Kaisers 1868 vom Kyoto nach Edo, welches daraufhin in Tokio (東京, "kaiserliche Residenz im Osten") umbenannt wurde, kamen politisches Machtzentrum und Residenz des Tenno zusammen.

Tokio gibt es nicht als Stadt im administrativen Sinne. Die Stadt Tokio wurde 1943 aufgelöst. Heute hat Tokio drei Definitionen:

a) Die 23 Stadtbezirke (zusammen 621 km² mit über 8 Millionen Einwohnern) auf dem Gebiet der damals aufgelösten Stadt Tokio. Jeder Stadtbezirk ist eine eigenständige Kommune und einer Stadt gleichgestellt. Die Hauptstadtfunktion wird von diesen Städten zusammen wahrgenommen.

b) Die Präfektur Tokio (japanisch 東京都 Tōkyō-to), die sich neben den 23 Hauptstadtbezirken noch über den westlichen Teil des Ballungsraumes, Ausläufer der Japanischen Alpen und sogar abgelegene Pazifikinseln (Ogasawara- und Izu-Inseln) ausbreitet. Die Präfektur Tokio hat eine Gesamtfläche von 2000km² und ca. 12 Mio. Einwohner. Die Präfektur übernimmt auch bestimmte Verwaltungsaufgaben. Dazu gehören öffentliche Dienstleistungen wie z.B. die Feuerwehr und die Wasserversorgung. Zu diesem Zweck erhält sie einige der kommunalen Steuern aus den 23 Bezirken und weist diesen wiederum Mittel entsprechend ihrer Bevölkerung zu.

c) Die Agglomeration Tokio-Yokohama (zusammen 13.556 Quadratkilometern mit ca. 34 Millionen Einwohnern), die alle 23 Stadtbezirke und alle Vororte im Einzugsbereich in insgesamt vier Präfekturen umfasst. Dazu gehören auch Kawasaki und Yokohama.

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Bezirke
Hier sind die 23 Stadtbezirkte/Hauptbezirke der Präfektur Tokio ( 区 –ku) in alphabetischer Reihenfolge. Jeder Bezirk ist eine eigenständige Stadt mit eigener Kommune, jeweils eigenem Bürgermeister und verschiedenen Stadtteilen:

1. Adachi ( 足立区 )
2. Arakawa ( 荒川区 )
3. Bunkyō ( 文京区 )
4. Chiyoda ( 千代田区 )
5. Chūō ( 中央区 )
6. Edogawa ( 江戸川区 )
7. Itabashi ( 板橋区 )
8. Katsushika ( 葛飾区 )
9. Kita ( 北区)
10. Kōtō ( 江東区 )
11. Meguro ( 目黒区 )
12. Minato ( 港区 )
13. Nakano ( 中野区 )
14. Nerima ( 練馬区 )
15. Ōta ( 大田区 )
16. Setagaya ( 世田谷区 )
17. Shibuya ( 渋谷区 )
18. Shinagawa ( 品川区 )
19. Shinjuku ( 新宿区 )
20. Suginami ( 杉並区 )
21. Sumida ( 墨田区 )
22. Toshima ( 豊島区 )
23. Taitō ( 台東区 )

Sehenswürdigkeiten
In Tokio existieren Moderne und Kultur zusammen wie in keiner anderen Metropole der Welt und so finden sich in den Landschaften von gigantischen Hochhäusern immer wieder kleine Oasen aus uralten Tempelanlagen, traditionelle n Kabuki Theatern, verschiedenen Museen u.a. und übt damit einen ganz eigenen Reiz auf den Besucher aus. Einige der interessantesten Dinge die man gesehen haben sollte:

  • Tokio Hauptbahnhof
  • Kaiserpalast
  • Rainbow Bridge
  • Akihabara
  • Tokyo Tower
  • Tsukiji Fischmarkt
  • Yoyogi Park (Meji Schrein)
  • Asakusa (Kannon Tempel)
  • LaQua
  • Shibuya Crossing
  • Roppongi
  • Omotesando
  • Shinjuku

Des Weiteren gibt es im Umland noch zahlreiche japanische Kulturstätten wie in Nikko und Kamakura.

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SEGA
SEGA ist einer der größten und beliebtesten Arcade- und Videospielhersteller in Japan. Daher ist es schwierig bei einem Gang durch die Straßen von Tokio nicht in irgendeiner Form auf etwas von SEGA zu stoßen. So gibt es viele große SEGA Arcades in und um Tokio z.B. SEGA World, SEGA GiGo oder Club SEGA, aber auch in anderen Arcades gibt es SEGA Spiele und Automaten en mass. Besonders während einem Aufenthalt im Elektroviertel Akihabara sieht man solche Arcades und auch viele Sega Toys (wie Roboterspielzeug) gibt es dort in den Geschäften. Das Mekka eines jeden SEGA Fans ist wohl in Ohto, wo sich das SEGA of Japan Headquarter befindet. Auch an einem Besuch von SEGA Tokio Joypolis in Odaiba, einem Amusement Park mit einigen SEGA Indoor Achterbahnen, Virtual Reality Rides, Arcade Automaten uvm, kommt der eingefleischte Fan nicht herum.

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Wissenswertes
- Tokio liegt durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel.

- 1996 lag das Volkseinkommen in Tokio pro Kopf bei 4,3 Millionen Yen, was die Provinz Tokio zu der reichsten Stadtregion der Erde machte.

- Tokio liegt in einer der aktivsten Erdbebengebiete der Welt. Kleine Erdbeben sind dort nichts Besonderes. Während der aktiven Phasen können sogar mehrere kleine Erdbeben am Tag auftreten. Größere hingegen sind eher selten. Trotzdem ist Tokio was die Sicherheit betrifft genauso gefährlich – oder auch nicht - wie jede andere Metropole der Welt. Es gibt ein gutes Katastrophen-Frühwarnsystem, es ist jedoch von Vorteil sich vorher mit Notfallmaßnahmen vertraut zu machen, falls einmal doch etwas passiert.

- Die Immobilien- und Lebenserhaltungskosten sind in Tokio sehr hoch. Es werden allerdings auch durchschnittlich viel höhere Löhne gezahlt als in anderen Städten Japans.

- Der Fujisan, den man von Tokio aus bei gutem Wetter sehen kann, liegt auf der Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka und ist ein Vulkan. Dieser ist jedoch seit 1707 nicht mehr nennenswert ausgebrochen und hat ein niedrig eingestuftes Ausbruchsrisiko.

- Tokio befindet sich in der warm - gemäßigten Klimazone. Daher herrscht das ganze Jahr über ein eher ein mildes und angenehmes Klima. Die Sommer sind durchschnittlich mit 25Grad tags und 20 Grad nachts heiß und feucht. Die Winter sind trocken und sonnig mit einer Durchschnittstemperatur von 10Grad am Tag und 0Grad des nachts.

- Obwohl Tokio eine der größten Metropolen der Welt ist, ist die Kriminalitätsrate sehr niedrig (die niedrigste Kriminalitätsrate aller Metropolen). Es könnten sich Frauen Nachts alleine durch dunkle Gassen trauen ohne dass ihnen Gefahr durch Belästigung drohen würde. Es ist aber nicht zu empfehlen das auszuprobieren da viele Japaner, besonders in Tokio nach dem Feierabend einen trinken gehen und man immer wieder auf Betrunkene trifft.

- Elendsviertel wie Slums gibt es in Tokio nicht. Allerdings sieht man gelegentlich Obdachlose die in den städtischen Parks u.a. in Ueno oder Shinjuku in Zelten aus blauen Plastikplanen leben.

- Tokio macht einen extrem sauberen und sterilen Eindruck. Es liegt kein Müll auf den Straßen. Merkwürdigerweise findet man in ganz Tokio äußerst selten Mülleimer. An den vielen Getränkeautomaten kann man höchstens die dort gekauften Dosen entsorgen. Jede Dose passt meist nur in den Automaten, an dem sie gekauft wurde. In Japan ist es üblich, seinen Müll mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen. Einzige Möglichkeit seinen Müll sonst noch loszuwerden ist, ihn in einen der Mülleimer vor einem Kombini (Convenience Stores wie 7/11) zu entsorgen oder einen Bahnhof mit Mülleimer zu finden. Aber diese sind Mangelware.

- In Tokio haben die großen Geschäfte meist bis 22h geöffnet. Die vielen Kombini sind rund um die Uhr geöffnet. Einen Sonntag gibt’s in Tokio nicht.

- Aufgrund der massiven Platzprobleme in Tokio begann man sogar durch das Aufschütten in der Bucht von Tokio mit Bauschutt und Müll, neues Land zu gewinnen. Dieses Projekt nennt sich Rinkai Fukutoshin, Waterfront oder auch Odaiba. Urpsünglich als supermodernes Unterzentrum geplant, wird es heute als riesiges Amüsierareal benutzt mit Attraktionen wie SEGA Joypolis, Palette Town, Venus Fort oder Palette Town.

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Straßenverkehr und Verkehrsnetz
Wie man sich sicherlich gut vorstellen kann, ist an einem Ort wie Tokio, an dem so viele Menschen auf einem Fleck leben, Platz echte Mangelware. Auch aus diesem Grund haben die meisten Menschen die in Tokio leben kein Auto. Denn abgesehen von den hohen Unterhaltskosten des Autos muss jeder Fahrzeughalter noch einen eigenen Parkplatz vorweisen können der meistens um die 35.000Yen (~280€) monatlich kostet. So ist es nicht wirklich verwunderlich, dass fast jeder auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen muss.

Die Bahnen
Die schnellste und beliebteste Art in Tokio vorwärts zu kommen ist entweder mit der Straßenbahn oder mit der U-Bahn zu fahren.

Die wohl bekannteste Bahn Linie ist die Yamanote Line der Japan Railways, die im Ring um den Stadtkern von Tokio fährt. Diese Bahn ist ständig überfüllt. Zwischen 6- 8h morgens sogar so massiv, dass extra Bahnangestellte anrücken müssen um die Menschenmassen so gut es geht in die Wagons zu stopfen. Auch viele Selbstmörder werfen sich geziehlt vor diese Bahn. Von vielen Menschen aufgrund der Überfülltheit und den häufigen Verspätungen gehasst, ist sie aber auch Bestandteil fast jedes touristischen Programms in Tokio da sie in der Nähe der meisten Sehenswürdigkeiten fährt. Es gibt eine Bahn die gegen und eine die im Uhrzeigersinn fährt. Eine Runde mit der Yamanote Line dauert um die 60 - 65Min und der Preis für eine Fahrt beträgt ca. 1€ (130Yen). Mit diesem Ticket kann man eine ganze Runde plus eine Haltestelle (man kann nicht an der Haltestelle aussteigen wo man eingestiegen ist) fahren. Strecke der Yamanote Line umfasst 29 Bahnhöfe der East Japan Railway Company. Fast jeder dieser Bahnhöfe hat eine eigenen Jingle beim Einfahren des Zuges. Manche dieser Melodien unterscheiden sich bei Zügen die im Uhrzeigersinn fahren und bei denen die Gegen den Urzeigersinn fahren. Die Die Yamanote Line ist so bekannt, dass es sogar ein eigenes Videospiel zu ihr gibt "Densha de Go" in der man einen Zugführer spielt der pünktlich an allen Bahnhöfen der Linie halten muss.

Neben der Yamanote Line gibt es noch U-Bahnen der Betreiber "Tokyo Metropolitan Bureau of transportation" (Tokio Metropol U-Bahn) und "Tokyo Metro co. Ltd." (Tokio Metro). Die Toei Linie der TMBot fährt u.a. durch Asakusa, Mita, Shinjuku und Oedo, während die Tokio Metro Linie der Tokyo Metro co. Ltd. durch Ginza, Marunouichi, Hibiya, Tozai, Chiyoda, Yurakucho, Hanzomon, New Yurakucho und Namboku fährt. Jede Zuglinie hat zur besseren Wiedererkennung eine eigene Farbe in der der Zug, die dazugehörigen Schilder am Bahnhof sowie die Linien gezeichnet sind. Es gibt auch kein einheitliches Fahrkostensystem. Dazu kommt, das die S-Bahn oder Privatbahn auch Züge in der U-Bahnlinie betreibt und die U-Bahngesellschaften auch Züge im S-Bahnbereich oder auf Privatgleisen. Obwohl die Bahnen beider Gesellschaften zum Teil dieselben Bahnhöfe anfahren, ist das Umsteigen von dem einen in das andere System nur mit speziellen Umsteigefahrkarten oder durch Nachzahlen an den Sperren möglich.

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Shinkansen
Der Schnellzug Shinkansen (新幹線 shinkansen) wird von Japan Railways (JR) betrieben und verbindet Tokio mit anderen großen Städten wie u.a. Kyoto (erreichbar in 2,33h – 13.400Yen) oder Hiroshima (erreichbar in 4,25h – 18.400Yen). Der Shinkansen fährt ab dem Tokio Bahnhof (東京駅 tōkyō-eki) der am besten über die Yamanote Line erreichbar ist.

Busse
Mit dem Bus durch Tokio zu reisen gestaltet sich für Ausländer ohne gute Orts- und Japanischkenntnisse als äußert schwierig da den Bussen eine englische Beschriftung fehlt. Alle Busse sind auf der Frontseite mit dem Namen der Endstation und der Liniennummer gekennzeichnet. Leider ausschließlich auf Jjapanisch. Busse sind eine günstige Möglichkeit an die wenigen Stellen Tokios zu gelangen, an die keine Bahn fährt. Ein Busticket kostet in Tokio 200 Yen.

Fähren
In der Bucht von Tokio und den angrenzenden Flüssen ist es möglich anstatt mit der Bahn auch mit den sog. Wasserbus – Linien (suijo basu) zu fahren. Die kleinen Fähren werden von der Tokyo Cruise Ship Company betrieben. Eine der bakanntesten Linien verbindet das Hinoide Pier mit dem Odaiba Seaside Park auf Waterfront.

Straßenverkehr
Tokios Straßennetz ist gut ausgebaut und in einem sehr guten Zustand. Allerdings gibt es in und um Tokio ständig Staus oder sehr zähflüssigen Verkehr. Dazu kommen verwirrende Straßen, manchmal auf mehreren Ebenen und fehlende Straßennamen. Selbst viele Taxifahrer wären ohne ein Navigationsgerät nicht in der Lage alle Straßen zu finden. Auf den Straßen sind fast nur Taxis, Busse oder Lieferwagen zu sehen, sehr selten trifft man auf einen privaten PKW. Mit einer Parkgebühr von ca. 500Yen für 30 Minuten ist Tokio auch nicht sehr Autofreundlich. Noch ein Grund warum die Menschen die sich durch Tokio bewegen lieber mit einer der Bahnen, mit dem Fahrrad fahren oder lieber gleich zu Fuß gehen.

Die Radfahrer fahren nicht, wie es bei uns üblich ist auf der Straße, denn diese ist nur für Kraftfahrzeuge vorbehalten, sondern auf dem Gehweg. Da es die Japaner aber immer potentiell eilig haben, steigen sie so gut wie nie vom Rad ab und drosseln auch nur dann die Geschwindigkeit, wenn es nicht zu vermeiden ist. Fußgänger müssen dem Radfahrer auf dem Gehweg möglichst schnell Platz machen, da es sonst zu schlimmen Unfällen kommen könnte.

Zum Schrecken vieler Fußgänger – nicht nur den älteren - gibt es nur relativ kurze Ampelphasen. Wenn man sich also als Fußgänger noch auf der Straße befindet wenn die Ampel auf rot umschlägt, sollte man diese so schnell es geht verlassen. Denn sehen die Autofahrer, dass die Fußgänger rot haben – auch wenn bei ihnen selber noch rot ist - fahren die meisten schon mit quietschenden Reifen und ohne Rücksicht auf Verluste los.
 
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